Der Plan für heute war keinen Plan zu haben. In Anbetracht der erwartungsgemäß eingetroffenen Muskelschmerzen durch die gestrigen Ereignisse, wäre es schön gewesen. Es kam natürlich anders.
Der Tag begann, so wie die vorherigen, mit einem Preßlufthammer auf dem Nachbargrundstück. Da hier geologisch bedingt alle auf dem gleichen Felsen wohnen, ging dies nicht ohne massive Vibrationen. Wir reden hier von schmerzhaften acht Uhr morgens. Während des Frühstücks gärte der Gedanke den Vermieter darauf via E-Mail hinzuweisen. Kurze Zeit später folgten Anrufe aus dem deutschen Büro und E-Mails von der Verwalterin vor Ort. Die erste Option: ein möglicher Umzug. Der Bau auf dem Nachbargrundstück war geplant, sollte aber erst in der Nebensaison stattfinden. Die Baufirma war offensichtlich anderer Meinung. Da wir nun ja bereits den Stein ins Rollen gebracht hatten, aber nicht den ganzen Tag das Gehämmer hören wollten, musste ein spontaner Erholungsplan „B“ gefunden werden. Wir dachten an den Strand Playa Del Ingles in vier Kilometer Entfernung. Wir packten also die nötigsten Sachen, suchten noch kurz den Supermercado des Vertrauens auf und starteten dann unseren kleinen Mietwagen.
Playa Del Ingles klingt zwar nach einem heimeligen Strand, ist es aber nicht. In den letzten Jahren starben hier diverse Menschen und nachdem wir dort eintrafen wußten wir auch warum. Eine garstige Brandung und eine nicht weniger garstige Strömung machten diesen Strand absulot untauglich für mögliche Badeversuche. Als ob dies noch nicht genug wäre, fanden wir auch noch eine Portugiesische Galeere. Auchwenn Wiederholgungen ein schlechtes stilistisches Mittel sind, sind diese Tiere ebenfalls als garstig zu bezeichnen. Bis zum Schock und einem daraus resultierenden Krankenhausaufenthalt können diese wunderschönen Tiere so einiges anrichten.
Einige Fotos wurden für die Erinnerung angefertig, danach ging es weiter zur nächsten Promenade.
Hier noch ein weiteres 360 Grad Bild vom Playa Del Ingles. Einfach hinein klicken und sich ein wenig umschauen.
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An der Promenade angekommen, gab es ersteinmal eine Erfrischung in einem doch recht schrägen Ambiente. Horden von Touristen wuselten umher. Teils mit Walking Stöckern bewaffnet, teils vor lauter innewohnender Esoterik einen halben Meter über dem Boden schwebend. Nach kurzer Zeit zogen wir weiter und trafen schon nach fünfzig Metern auf das Paar mit dem wir uns bereits das Taxi auf Tenerifa geteilt hatten. Wir plauschten eine Weile und dann schlenderten wir wieder zum Wagen um unserem nächsten Teil des hoffentlich bald stattfindenden Wohlfühlteils des Tages ein wenig näher zu kommen. Wir fuhren nach Vueltas und gönnten uns erstmal ein schönes Stück Kuchen beim deutschen Bäcker. Köstlich! (Engadiner Nußtorte! Einige deutsche Brötchen wurden für den nächsten Tag gleich ebenfalls gesichert.) Anschließend ging es weiter zum Hafen. Hier entdeckten wir einen schönen tiefschwarzen Strand mit nicht vorhandener Brandung und einem recht harmlos wirkenden Strand. Voller Mißtrauen zog man sich um und stellte fest: es war gut, ungefährlich, erholsam und schön erfrischend. Ein Bad im Atlantik. Erst wirkte es kalt, dann angenehm erfrischend. Leicht befremdlich wirkte nur der pechschwarze Strandsand vulkanischen Ursprungs. Angenehm für die Augen, für die Füße zu heiß und so fein das es der Tot für jedes optische Gerät bei direktem Kontakt bedeuten konnte.
Zu Hause angekommen gab es die Nachricht das wir bis Montag Schonzeit haben. Ab Montag wird weitergehämmert. Soweit der vorerst letzte Stand.
Zu den heiteren Momenten des Tages gehörten übrigens Gullydeckel die „Santana“ heißen, Dinkelpizza an der Promenade sowie die örtlichen voll funktionalen und künstlerisch wertvollen Wasseruhrinstallationen. Die Immobilienangebote mussten wir uns nur so zwischendurch ansehen. Das hat keine tiefere Bedeutung – versprochen. 😉
