Archiv der Kategorie: La Gomera 2017

Schwarzer Sand!?

Der Plan für heute war keinen Plan zu haben. In Anbetracht der erwartungsgemäß eingetroffenen Muskelschmerzen durch die gestrigen Ereignisse, wäre es schön gewesen. Es kam natürlich anders.

Der Tag begann, so wie die vorherigen, mit einem Preßlufthammer auf dem Nachbargrundstück. Da hier geologisch bedingt alle auf dem gleichen Felsen wohnen, ging dies nicht ohne massive Vibrationen. Wir reden hier von schmerzhaften acht Uhr morgens. Während des Frühstücks gärte der Gedanke den Vermieter darauf via E-Mail hinzuweisen. Kurze Zeit später folgten Anrufe aus dem deutschen Büro und E-Mails von der Verwalterin vor Ort. Die erste Option: ein möglicher Umzug. Der Bau auf dem Nachbargrundstück war geplant, sollte aber erst in der Nebensaison stattfinden. Die Baufirma war offensichtlich anderer Meinung. Da wir nun ja bereits den Stein ins Rollen gebracht hatten, aber nicht den ganzen Tag das Gehämmer hören wollten, musste ein spontaner Erholungsplan „B“ gefunden werden. Wir dachten an den Strand Playa Del Ingles in vier Kilometer Entfernung. Wir packten also die nötigsten Sachen, suchten noch kurz den Supermercado des Vertrauens auf und starteten dann unseren kleinen Mietwagen.

Playa Del Ingles klingt zwar nach einem heimeligen Strand, ist es aber nicht. In den letzten Jahren starben hier diverse Menschen und nachdem wir dort eintrafen wußten wir auch warum. Eine garstige Brandung und eine nicht weniger garstige Strömung machten diesen Strand absulot untauglich für mögliche Badeversuche. Als ob dies noch nicht genug wäre, fanden wir auch noch eine Portugiesische Galeere. Auchwenn Wiederholgungen ein schlechtes stilistisches Mittel sind, sind diese Tiere ebenfalls als garstig zu bezeichnen. Bis zum Schock und einem daraus resultierenden Krankenhausaufenthalt können diese wunderschönen Tiere so einiges anrichten. 

Einige Fotos wurden für die Erinnerung angefertig, danach ging es weiter zur nächsten Promenade.

Hier noch ein weiteres 360 Grad Bild vom Playa Del Ingles. Einfach hinein klicken und sich ein wenig umschauen.

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An der Promenade angekommen, gab es ersteinmal eine Erfrischung in einem doch recht schrägen Ambiente. Horden von Touristen wuselten umher. Teils mit Walking Stöckern bewaffnet, teils vor lauter innewohnender Esoterik einen halben Meter über dem Boden schwebend. Nach kurzer Zeit zogen wir weiter und trafen schon nach fünfzig Metern auf das Paar mit dem wir uns bereits das Taxi auf Tenerifa geteilt hatten. Wir plauschten eine Weile und dann schlenderten wir wieder zum Wagen um unserem nächsten Teil des hoffentlich bald stattfindenden Wohlfühlteils des Tages ein wenig näher zu kommen. Wir fuhren nach Vueltas und gönnten uns erstmal ein schönes Stück Kuchen beim deutschen Bäcker. Köstlich! (Engadiner Nußtorte! Einige deutsche Brötchen wurden für den nächsten Tag gleich ebenfalls gesichert.) Anschließend ging es weiter zum Hafen. Hier entdeckten wir einen schönen tiefschwarzen Strand mit nicht vorhandener Brandung und einem recht harmlos wirkenden Strand. Voller Mißtrauen zog man sich um und stellte fest: es war gut, ungefährlich, erholsam und schön erfrischend. Ein Bad im Atlantik. Erst wirkte es kalt, dann angenehm erfrischend. Leicht befremdlich wirkte nur der pechschwarze Strandsand vulkanischen Ursprungs. Angenehm für die Augen, für die Füße zu heiß und so fein das es der Tot für jedes optische Gerät bei direktem Kontakt bedeuten konnte.

Zu Hause angekommen gab es die Nachricht das wir bis Montag Schonzeit haben. Ab Montag wird weitergehämmert. Soweit der vorerst letzte Stand.

Zu den heiteren Momenten des Tages gehörten übrigens Gullydeckel die „Santana“ heißen, Dinkelpizza an der Promenade sowie die örtlichen voll funktionalen und künstlerisch wertvollen Wasseruhrinstallationen. Die Immobilienangebote mussten wir uns nur so zwischendurch ansehen. Das hat keine tiefere Bedeutung – versprochen. 😉

Wandern nach El Cercado

Der Tag startete mit einem ausgiebigem Frühstück mit Tomaten und den Brötchen eines deutschen Bäckers die wir gestern am Hafen gekauft hatte. Kurz vor dem Frühstück gab es aber noch ein erwähnenswertes Ereignis das uns das Abendessen sichern sollte. Lautes Gepläre und 90er Jahre Diskoklänge dröhnten durch das Tal und kamen immer näher. Nach kurzer Zeit lüftete sich das Geheimnis: ein Kühlwagen pries die Waren an. Es war frischer Fisch den man direkt aus dem Wagen heraus kaufen konnte. In diesem Fall war es Thunfisch. Sogleich wurden 900 Gramm für die eigene Versorgung gesichert. Der Preis entsprach der Hälfte dessen was man in Deutschland zahlen müsste. Die Qualität: absolute Spitze.

Hier ein kleiner Eindruck der lokalen Verkaufsstrategien:

Nch dem Frühstück sollte die erste bewußte Wanderung erfolgen. So richtig voll durchdacht war es nicht von Anfang an, aber wenigstens das Ziel war klar: das Töpferdorf El Cercado. Dies bedeutete einen Anstieg in nordöstliche Richtung in das äußerste Ende des Valle Gran Rey. Der Ort El Cercado liegt auf einer Höhe von 1000 Metern und somit galt es eine Differenz von ungefähr 700 Metern zu Fuß zu überwinden. Anfänglich war noch nicht klar wie dies funktioniert, da aus dem Tal heraus eigentlich fast keine Wege zu erkennen sind.
Wir starteten in Richtung La Vizcaina und verließen kurze Zeit später bereits die letzten Rudimente der Zivilisation.Laut Wanderführer hatten wir zumindest schon einmal das gefühlte Wissen was uns erwarten würde. Die Realität sieht vor Ort aber dann schon ein wenig anders aus. Steile Felsabhänge, felsige Wanderwege und ständiger Wechsel von warm zu kalt und von trocken zu feucht. Laut Wanderführer sollte es eine einfache Strecke sein und eine Tauglichkeit war angeblich sogar für Kinder ab zehn Jahren gegeben. Wir stellten uns zwischendurch immer wieder vor wie ein Zehnjähriger hier die Wege mit Stufen die vermutlich bis zu seinem Knie gehen würden, meistern sollte. Vermutlich war hier eine Zehnjähriger gemeint der seine Wurzeln in der lokalen Bevölkerung hat.
Der Wendepunkt der Wanderung war die Bar Maria. Es ist offensichtlich ein gut besuchter Anlaufpunkt für die vielen Wanderer die hier in den Bergen unterwegs sind. Nach einer kurzen Stärkung mit einem Te negro und einem wälzen der Karten, fassten wir den Entschluss ein wenig gen Norden zu laufen um dann die nördliche Seite des Tals in Angriff zu nehmen. Dies stellte sich als gute Idee heraus, da die Vegetation hier einen anderen Anblick bot als auf der anderen Seite. Der Grad der Anstrengung war aber dennoch aus unserer Sicht recht hoch. Der Wind war zwar schon deutlich weniger aber dafür waren beim Abstieg die gesetzten Steine zum Teil recht groß. Schon beim laufen wurde klar das am nächsten Tag der eine oder andere Muskel sich melden würde.

Die Pflanzen und auch der Ausblick waren unbeschreiblich schön. Euphorbien, diverse Sukkulenten und schöne blühende Margeritten Büsche ließen einen die Strapatzen der Kraxelei teilweise vergessen.
Ein Großteil der Flora entfiel auf Agaven, unmengen an Opuntien und auch mexikanischen Dost. Alles nicht einheimische Pflanzen die sich bereits sehr stark ausgebreitet haben. Ein schöner Anblick der einen aber auch zum nachdenken bringt. Der Mensch hat der Insel keinen großen Gefallen getan, zumal vieles der einheimischen Flora verdrängt wird. Den meisten Inselbesuchern ist dies aber wahrscheinlich nicht einmal bewußt.

Eine solide Basis für neue Flipflops

Der Abstieg dauerte ebenso wie bereits der Aufstieg länger als im Wanderführer beschrieben und auch länger als selbst erwartet. Dies war natürlich auch dem eigenen Interesse an Pflanzen geschuldet, da man natürlich alles neu entdeckte mit Begeisterung aufnahm und selbstverständlich auch digital dokumentieren musste. Die Menge an Bildern die gemacht wurde war recht groß und wir stellten damit wohl auch eher eine Ausnahme dar. Die meisten Wanderer interessierten sich primär doch eher für die Landschaft, den Weg und das Grün an sich, nicht aber für die Pflanzen und schon gar nicht für einzelne Gattungen und Arten.

Nach über sechs Stunden erreichten wir wieder unser heimisches Domizil. Die Waden waren schon überfordert aber ein Gang zum Supermercado war erforderlich: Ein Hefeweizen als Belohnung und eine Paprika für das Abendessen mussten noch besorgt werden.
Das Abendessen rundete den Tag ab und nebst La Gomera Kartoffeln gab es ein Tuna Ragout mit viel Knoblauch und leckeren Tomaten.

Vom Winde verweht!

Der Tag begann fast so wie der vorherige endete: viel eilige Luft! Es ist zumindest halbwegs richtig. Zu der üppigen Geräuschkulisse aus bis zu elf Windstärken gesellte sich das sonore Hämmern der Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück. Das liebliche Rumpeln des Presslufthammer erinnerte uns ein wenig an die heimischen Klangwelten.

Nach dem die ersten schlechten Gedanken verflogen, ging es ersteinmal zu dem Supermercado in zirka vierzig Metern Entfernung. Luftlinie 40 Meter – Fußweg ungefähr 120 Meter. Dies war der Tatsache geschuldet das man selbst als Fußgänger ständig verschlungenen Pfaden folgen muss. Alles andere wäre gesundheitsschädlich. Wir deckten uns also ersteinmal mit dem Nötigsten für das Frühstück ein und lernten das Sortiment kennen. Die eine oder andere sprachliche Hürde musste auch noch genommen werden. Ob nun Butter sin sal oder con sal ist schon nicht ganz unwichtig wenn es zur Annanasmarmelade passen soll. Die üblichen Frühstücksbestandteile konnten erfreulicherweise durch Mandelmilch und leckeren Kaffee und Tee ergänzt werden. Das Brot glich allerdings eher einem modernen Dämm-Material aus einem Baustoffhandel.

Nach dem Frühstück, so sah es der Plan vor, folgte der zweite, wohl durchdachte einkauf. Präpariert mit einer logisch durchdachten Liste deckten wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Mit dabei: leckeres Obst und Gemüse aus La Gomera…mit freundlicher Unterstützung des stets grinsenden, aber auch äußerst freundlichen Ladenbesitzers.

Die notwendigen Dinge abgeschlossen, folgte der nicht geplante und absolut dem Urlaub entsprechende Teil des Tages. Dieser sollte, wie sich erst am Ende des Tages herausstellte, länger sein als es eigentlich geplant war. Wir tingelten also los und hatten eigentlich noch nicht wirklich ein Ziel. Ok, eine Richtung war eingeschlagen, aber irgendwann kommt ja immer der Punkt wo eine Kreuzung oder ein komplexer Kreisverkehr einen vor eine notwendige Entscheidung stellt. Wir gingen also nach Norden und bogen bei der nächsten Haarnadelkurve nach rechts ab. La Viscaina war das erste Örtchen auf der Etappe. Es folgten, teils mit unmenschlichem Rücken- und Gegenwind, El Hornilo in südlicher Richtung und Los Granados. Der Wind war ein stetiger Begleiter und als Schleswig-Holsteiner darf ich sagen das es sich wahrscheinlich um zirka elf Windstärken handelt, wenn man sich nicht mehr so recht auf den eigenen Beinen halten kann. Von Los Granados ging es noch kurz gen Süden und dann wieder umgehend zu dem heimischen Camino Lomo Del Moral. Schlimm genug das man bergauf gehen musste, der Wind und die Sonne traktierten einen noch zusätzlich. Alles in allem ein wunderschöner Spaziergang mit tollen Einblicken in das lokale Leben und einer atemberaubenden Natur.

Als wir in unserem Haus ankamen, wurde kleines Erfrischungsprogramm gestartet. Ein kurzes Verschnaufen brachte uns dann zu der Idee zu Fuß bis zum Meer zu laufen. In Zahlen sind dies 325 Meter Höhenunterschied und eine Strecke von ungefähr vier Kilometern bei Sonne und einem episch stürmenden Wind. Der Wind kam oft übrigens nicht allein. Er kam meist mit feinem Sand den wir zum Beispiel schon von den Gläsern auf der Terasse kannten. Nach wenigen Minuten gab es einen Bodensatz der jeden Geologen erfreuen würde: feinstes vulkanisches Gerümpel – direkt im Glas. Zurück zum wesentlichen. Der Weg zum Meer entsprach natürlich in keinster Weise dem zeitlichen Vorschlag von Google Maps. Die Ablenkung durch die Natur fand keine Berücksichtigung. Mit zunehmender Nähe zum Meer, konnte man auch merken das der Einfluß des Tourismus zunahm und das die Dichte an meist deutschen Touristensich ebenfalls erhöhte.

Am Ende des Valle Gran Rey angekommen packte uns der Entschluss nicht nur das Meer sehen zu wollen, sondern auch zu dem leicht südlich gelegenen Hafen zu laufen und irgendwo einzukehren. Es endete bei einem recht ansehnlichen Lokal kurz vor dem Hafen: Essen auf einer Terasse bei Sonnenuntergang. Nach dem fantastischen und recht knoblauchlastigen Mahl sollte es nach La Playa gehen. Wieder eine Stück nördlich. Es ist der Strand an dem sich Hippies, Esoteriker, Aussteiger, Musiker und andere nette Menschen treffen um den Sonnenuntergang mit allerlei Instrumenten und künstlerischen Darbietungen zu zelebrieren. Der Weg nach La Playa war leider nicht so freundliche und schön wie man sich es ursprünglich vorgestellt hatte. Ein Gefühl wie Peeling mit einem Sandstrahl-Gerät wäre wohl die Richtige Beschreibung. Entgegenkommende Fahrzeuge verschwammen in feinen Wolken aus schwarzem Lavasand. Nach ca. 300 Metern war die Grenze des Ertragbaren erreicht und wir schwenkten wieder ein in das Valle Gran Rey. Ein großes Glücksgefühl überkam uns, als ein letztes Taxi am Stand im Ort noch verfügbar war. Es war frei und wir mussten nicht bei 9 bis 11 Windstärken weitere Maltritierungen durch umherfliegende Sandpartikel ertragen. Um acht Uhr abends wieder im Haus angekommen brachte es auch keinen Spaß mehr auf der Terasse zu sitzen. Der Wind sorgte dafür das man sich anbrüllen musste um sich zu verständigen und man fühlte sich ein wenig wie im Windkanal von Airbus. Insgesamt war es aber wieder ein toller Tag auf einer tollen, aber auch unberechenbaren Insel.

Auf nach Valle Gran Rey

Der Tag startete mit einem wunderbarem Frühstück im Hotel Villa Gomera. (Es hat zwei Sterne. Ich würde aber durchaus mehr vergeben.) Gemüse, Obst und leckerer Saft. Nach dem Auschecken sollten wir den Wagen am Hafen abholen. Zu Fuß ging es also wieder mit dem Gepäck zum Hafen in San Sebastian De La Gomera. Eine idyllische Ruhe lag über dem Ort und man konnte fühlen das es Sonntag ist. Am Hafen angekommen suchten wir ein zirka vier Quadratmeter großes Büro auf. Die Formalitäten waren schnell abgehakt und es wurde nach wenigen Minuten der Schlüssel übergeben. Ein Fiat Punto soll uns von nun an die nächsten Wochen begleiten und uns tapfer beim erklimmen der Berge als Hilfsmittel beiseite stehen.

Unsere Tour startete mit dem Betanken des Wagens am Hafen. Ein anschließendes Umherirren und Suchen nach einem Supermercado, führte uns dann aber wieder zur Tankstelle zurück um ein wenig Wasser zu kaufen. Der Sonntag macht es einem nicht leicht sich entsprechend auszustatten. Immerhin sind es über dreißig Grad und Wasser ist im Moment mit eines der wichtigsten Dinge. Leider sind allerdings die meisten Geschäfte geschlossen.

Wir verließen umgehend San Sebastian De La Gomera und folgten den Anweisungen unseres Navis. Der Weg sollte durch die Berge führen und vorbei an den unterschiedlichsten Blüten und Düften. Letzteres war sehr einprägsam und änderte sich auch von einem Stop zum Nächsten. Die Stops waren übrigens stets Miradore. Dies sind Aussichtspunkte die in der Regel liebevoll gestaltet waren und hier und dort von einem der vielen Wanderwege gekreuzt wurden. In unser Vokabular wurde es auch gleich als Verb übernommen. So kann man zum Beispiel sagen wenn der Vordermann plötzlich abbremst: Vorsicht, da miradort wieder einer. In der Regel sind es auch Touristen wie wir die hier mit einer Vielzahl an weißen kleinen Mietwagen herumflitzen.

Hier ein kleiner Rundumblick mit einer 360 Grad Kamera aufgenommen. (Es könnte sein das es mit alten Browsern nicht funktioniert.) Einfach in das Bild klicken, Mauszeiger links klicken, festhalten und umsehen:

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Nach unzähligen Kurven die in die Höhe führten, folgten nach ca. einer Stunde eine nicht geringere Menge an Kurven die einen wieder in die Tiefe führten. Es kam hier auch die Frage auf wozu es hier Mietwagen mit fünf Gängen gibt. Den fünften Gang braucht man hier einfach nicht. Das Zählen der Kurven ist im übrigen auch äußerst sinnlos. Es sind einfach zu Viele.

Am Casa Tigot, unserem kleinen Häuschen, angekommen wurde ersteinmal das Haus unter die Lupe genommen und wohlwollend als neues zu Hause auf ganzer Linie ausnahmslos akzeptiert. Bad, Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Arbeitszimmer und ein Hauswirtschaftsraum bieten einem alles was man benötigt. Die Ausstattung ist grandios und selbst in der Küche hatte man mit einigen Lebensmitteln uns ein äußerst passendes Willkommensgeschenk gemacht. Orangen, Äpfel und auch eine Flasche Wein rundeten das Paket ab.

Der Tag ist zwar rein rechnerisch noch nicht vorbei, aber dennoch schreibe ich bereits um 15:00 den Beitrag für heute. Für uns steht nun nur noch Essen, Trinken und herumliegen auf dem Plan. Der Tag ist einfach zu heiß um zu wandern und der Ausblick zu wunderschön um sich am ersten Tag in einer ignorierenden Art und Weise davon zu entfernen. Einen wichtigen Teil des Ausblick haben die ortsansässigen Echsen. Immerhin ist es doch eher ihr und nicht unser zu Hause. Eine recht beachtliche Zahl dieser agilen Tiere rast in den unterschiedlichsten Größen in dem Beet vor unseren Augen herum. Jetzt warten wir noch auf die nächsten Höhepunkte des verbleibenden sonnigen Tages: Der Sonnenuntergang in dem Tal vor uns und das Auftauchen der Geckos in der Dämmerung. Es könnten Tarentola gomerensis sein. Eine kleine hübsche endemische Art.

La Gomera Anreise

Mit Winterjacke und dicken Stiefeln ging es am 11.03. in den Urlaub. Am Flughafen wurde kurzerhand das Auto geparkt und dann direkt mit dem Flugzeug von Hamburgo nach Tenerifa Süd geflogen. Bereits am Flughafen lernten wir zwei außerordentlich nette Menschen kennen, mit denen wir uns schon vor der Landung verabredeten ein Taxi von dem Tenerifa Süd Flughafen bis zum Fährhafen Los Christianos zu teilen. Es sind knappe 16 Kilometer und aufgeteilt auf zwei Paare verblieben nur noch 12,50 Euro für uns.

Am Fährhafen angekommen blieb noch ein wenig Zeit um eine Kleinigkeit zu Essen und einige Fotos zu machen. Nicht unerwähnt will ich hierbei die Aklimatisierung lassen. Die 31 Grad sind für einen Norddeutschen der fünf Stunden zuvor noch 3 Grad um sich fühlte, doch eher eine harte Prüfung.

Gegen Sieben fuhr die Fähre in den Hafen von Los Christianos ein und das betongraue Gelände erfüllte sich auf einmal mit Leben. Nach dem Entladen folgte das Beladen und wir zogen sogleich mit unseren neuen Bekannten an das Heck des Schiffes. Die Koffer hatten wir übrigens vorher ein einem Kastenwagen deponiert, der diese dann für uns auf die Fähre fuhr. Die Gangway über drei Etagen hätten mit 16 Kilo Koffer mit Sicherheit keinen Spaß gemacht. Es sah aber schon irgendwie aus wie ein Verkauf aus den Kofferraum, so wie man es von alten 70er Jahre Filmen her kennt. Wollen wir nicht Meckern – alles ging gut und die Koffer gingen am Ende der Fahrt auch wieder in unserem Besitz über.

Die Überfahrt selbst hatte auch etwas was man sonst nur aus dem Kino kennt. Eine Fähre zu einem kleinen grünen Eiland mit Gästen aus diversen Nationen. Im Schein des Vollmondes hüpfte der eine oder andere Delfin aus dem Wasser. Wie ein perfektes Puzzleteil schmiegte sich noch der sonnengelbe Calima am Horizont in das Bild. Calima ist nichts weiter als der Ostwind der den Sand der Sahara über das Meer trägt.

Alles hat eine Ende und so kamen wir also wohl Entspannt im Hafen von San Sebastian De La Gomera gegen acht Uhr abends an. Dank modernster Navigationstechnik (Smartphone) ging es dann zu dem Hotel Villa Gomera. Die Taschen wurden abgestellt und im E Pajar, nur wenige Meter Richtung Meer, gab es noch ein wenig um die trockene Kehle zu benetzten.

Der Tag, man hätte auch zwei daraus machen können, endete mit einem komaähnlichen Schlaf.