Der Tag begann fast so wie der vorherige endete: viel eilige Luft! Es ist zumindest halbwegs richtig. Zu der üppigen Geräuschkulisse aus bis zu elf Windstärken gesellte sich das sonore Hämmern der Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück. Das liebliche Rumpeln des Presslufthammer erinnerte uns ein wenig an die heimischen Klangwelten.
Nach dem die ersten schlechten Gedanken verflogen, ging es ersteinmal zu dem Supermercado in zirka vierzig Metern Entfernung. Luftlinie 40 Meter – Fußweg ungefähr 120 Meter. Dies war der Tatsache geschuldet das man selbst als Fußgänger ständig verschlungenen Pfaden folgen muss. Alles andere wäre gesundheitsschädlich. Wir deckten uns also ersteinmal mit dem Nötigsten für das Frühstück ein und lernten das Sortiment kennen. Die eine oder andere sprachliche Hürde musste auch noch genommen werden. Ob nun Butter sin sal oder con sal ist schon nicht ganz unwichtig wenn es zur Annanasmarmelade passen soll. Die üblichen Frühstücksbestandteile konnten erfreulicherweise durch Mandelmilch und leckeren Kaffee und Tee ergänzt werden. Das Brot glich allerdings eher einem modernen Dämm-Material aus einem Baustoffhandel.
Nach dem Frühstück, so sah es der Plan vor, folgte der zweite, wohl durchdachte einkauf. Präpariert mit einer logisch durchdachten Liste deckten wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Mit dabei: leckeres Obst und Gemüse aus La Gomera…mit freundlicher Unterstützung des stets grinsenden, aber auch äußerst freundlichen Ladenbesitzers.
Die notwendigen Dinge abgeschlossen, folgte der nicht geplante und absolut dem Urlaub entsprechende Teil des Tages. Dieser sollte, wie sich erst am Ende des Tages herausstellte, länger sein als es eigentlich geplant war. Wir tingelten also los und hatten eigentlich noch nicht wirklich ein Ziel. Ok, eine Richtung war eingeschlagen, aber irgendwann kommt ja immer der Punkt wo eine Kreuzung oder ein komplexer Kreisverkehr einen vor eine notwendige Entscheidung stellt. Wir gingen also nach Norden und bogen bei der nächsten Haarnadelkurve nach rechts ab. La Viscaina war das erste Örtchen auf der Etappe. Es folgten, teils mit unmenschlichem Rücken- und Gegenwind, El Hornilo in südlicher Richtung und Los Granados. Der Wind war ein stetiger Begleiter und als Schleswig-Holsteiner darf ich sagen das es sich wahrscheinlich um zirka elf Windstärken handelt, wenn man sich nicht mehr so recht auf den eigenen Beinen halten kann. Von Los Granados ging es noch kurz gen Süden und dann wieder umgehend zu dem heimischen Camino Lomo Del Moral. Schlimm genug das man bergauf gehen musste, der Wind und die Sonne traktierten einen noch zusätzlich. Alles in allem ein wunderschöner Spaziergang mit tollen Einblicken in das lokale Leben und einer atemberaubenden Natur.
Als wir in unserem Haus ankamen, wurde kleines Erfrischungsprogramm gestartet. Ein kurzes Verschnaufen brachte uns dann zu der Idee zu Fuß bis zum Meer zu laufen. In Zahlen sind dies 325 Meter Höhenunterschied und eine Strecke von ungefähr vier Kilometern bei Sonne und einem episch stürmenden Wind. Der Wind kam oft übrigens nicht allein. Er kam meist mit feinem Sand den wir zum Beispiel schon von den Gläsern auf der Terasse kannten. Nach wenigen Minuten gab es einen Bodensatz der jeden Geologen erfreuen würde: feinstes vulkanisches Gerümpel – direkt im Glas. Zurück zum wesentlichen. Der Weg zum Meer entsprach natürlich in keinster Weise dem zeitlichen Vorschlag von Google Maps. Die Ablenkung durch die Natur fand keine Berücksichtigung. Mit zunehmender Nähe zum Meer, konnte man auch merken das der Einfluß des Tourismus zunahm und das die Dichte an meist deutschen Touristensich ebenfalls erhöhte.
Am Ende des Valle Gran Rey angekommen packte uns der Entschluss nicht nur das Meer sehen zu wollen, sondern auch zu dem leicht südlich gelegenen Hafen zu laufen und irgendwo einzukehren. Es endete bei einem recht ansehnlichen Lokal kurz vor dem Hafen: Essen auf einer Terasse bei Sonnenuntergang. Nach dem fantastischen und recht knoblauchlastigen Mahl sollte es nach La Playa gehen. Wieder eine Stück nördlich. Es ist der Strand an dem sich Hippies, Esoteriker, Aussteiger, Musiker und andere nette Menschen treffen um den Sonnenuntergang mit allerlei Instrumenten und künstlerischen Darbietungen zu zelebrieren. Der Weg nach La Playa war leider nicht so freundliche und schön wie man sich es ursprünglich vorgestellt hatte. Ein Gefühl wie Peeling mit einem Sandstrahl-Gerät wäre wohl die Richtige Beschreibung. Entgegenkommende Fahrzeuge verschwammen in feinen Wolken aus schwarzem Lavasand. Nach ca. 300 Metern war die Grenze des Ertragbaren erreicht und wir schwenkten wieder ein in das Valle Gran Rey. Ein großes Glücksgefühl überkam uns, als ein letztes Taxi am Stand im Ort noch verfügbar war. Es war frei und wir mussten nicht bei 9 bis 11 Windstärken weitere Maltritierungen durch umherfliegende Sandpartikel ertragen. Um acht Uhr abends wieder im Haus angekommen brachte es auch keinen Spaß mehr auf der Terasse zu sitzen. Der Wind sorgte dafür das man sich anbrüllen musste um sich zu verständigen und man fühlte sich ein wenig wie im Windkanal von Airbus. Insgesamt war es aber wieder ein toller Tag auf einer tollen, aber auch unberechenbaren Insel.
hallo ihr 2 bin wieder daheim und reise in Gedanken mit euch. Ein Genuß!
ich werde euch jetzt tägl begleiten und die Natur dort genießen.
da habt ihr euch ja wirklich einen tollen Flecken ausgesucht. Herrliche Pflanzen und interresante Felslandschaften und …. eilige Luft wie daheim. Habt ihr auch noch genug Platz für all die Erlebnisse im Gepäck? weiterhin viel Freude!!!