Archiv des Monats: Februar 2014

Atemlos nach San Antonio

Ein Tag der eigentlich kaum zu beschreiben ist. Wir versuchen es trotzdem.

Angefangen hat es mit der Weg nach San Antonio de los Cobres. Auf der halben Strecke befindet sich eine Polizeistation die den Verkehr und auch den Schmuggel kontrollieren soll. Wir sind schon einige Male hier durch gefahren und aufgrund der mangelnden Spanischkenntnisse wurden wir immer durchgewunken. Dabei hatten wir beide extra einen internationalen Führerschein erworben – für teures Geld. Diesmal war es soweit eine nette aber recht resolute Polizisten wollten die Papiere sehen. Sie war es wohl eher nicht gewohnt das ein Fahrer sich freute endlich seinen Führerschein zeigen zu können 😉 Ein kurzes Highlight, aber ein Amüsantes.

Von diesem Zwangsstop ging es weiter in Richtung San Antonio de los Cobres. Zuerst kam eine wunderschöne Asphaltstraße (man kann sich hier wirklich darüber freuen!), dann die übelste Schotterpiste die man sich vorstellen kann. Die Angst das ein Reifen platzen könnte fuhr mit. Es wurde nicht besser als wir ein junges Paar mit einer Reifenpanne trafen und anhielten. Leider passte unserer Steckschlüssel dort nicht und wir mussten unverrichteter Dinge weiterfahren. Sie lächelte nur und sagte noch: „It is the second tire.“

Diese Schicksal der Anderen hinter uns gelassen kam sobald schon der Nevado de Acay. Ein Lichtblick und ein Phänomen das die Atmung aussetzen ließ. Bei 4100 Metern über NN  kurz vor Abra Blanca ist das eher nicht so glücklich. 😉 Immerhin gibt es hier nicht wirklich viel Sauerstoff. Wenn man aber Schneegipfel sieht und zeitgleich nach Kakteen Ausschau hält, so ist das schon atemraubend. Nicht zu vergessen die Lamas die in in diesen Höhen hin und wieder in Form einer Herde vorbeigallopieren.

Unser nächster sehnlichst erwarteter Stop war San Antonio de los Cobres. Es war Karneval und dementsprechend gab es kein Wasser zu kaufen und alle waren am Feiern. Wir suchten also das nächstgrößere Hotel auf, kauften dort teures Wasser und fuhren nach einem kurz Tankstop wieder davon. Es war auch nur der Reiz einmal dort gewesen zu sein.

Der Rückweg sollte spannender werden. Bunte Felsen die aufgrund von Flechten irrsinnige Farben aufwiesen und eine Felslandschaft die uns in Schnappatmung versetzte.

Im Vorbeifahren gab es Soehrensia Kakteen an Felsen wachsend und Pyrrhokakteen die zu hunderten auf einer Ebenen Fläche auf 3700 Metern wuchsen.

Nach über 330 kilometern kamen wir wieder in San Lorenzo an. Der Caz war vorerst hinüber, aber zufrieden – die Mandz war noch voll und ganz im Kakteenrausch und freute sich wie verrückt über die gefunden Pflanzen.

Ein (fast) ruhiger Tag

Heute sollte es ein „Ruhetag“ werden. Also mal nicht lange umherfahren und auch nicht in der Sonne braten lassen. Der CaZ durfte das Ruhetagsprogramm bestimmen und wünschte sich noch einen Besuch bei den Parodia stuemeri – immerhin blühen die so schön. Alles von gelb bis rot innerhalb einer Art. Ähnlich wie bei den maasiis.

Wir machten uns nach den obligatorischen tanken auf den Weg. (Zu dem tanken gehört auch die Beschaffung des Nahrungs- und Getränkevorrates für den Tag in dem Shop der Tankstelle) Unser erster Weggefährte war mal wieder der Esel. Immer wieder schön ihn zu treffen. Er wirkt ein wenig traurig, aber ich glaube der will nur spielen.

Die nächsten Stops waren dann ausschließlich Parodienstandorte. Es stürmte und in regelmäßigen ungeliebten Schüben fegte es einem den Sand und den noch fiel schlimmeren Lehmstaub um die Ohren. Die Pflanzen waren fantastisch und klebten fast immer an irgendwelchen Felsen in Höhen die man kaum erreichen konnte. Dazu kam noch das Glück noch einige Blüten vorfinden zu können. Uns macht es einen kaum beschreibbaren Spaß Stellen zu entdecken an denen solche Pflanzen wachsen.

Einer der letzten Stops brachte neben einer Parodia noch Tephros und Gymnocalycium spegazzinii. Die Gymnos sahen anders aus als an den anderen Standorten. Die Freunde meinerseits war groß als ich zudem noch ein Prachtexemplar einer Schlange fand. Der Mandz hat es eher den Tag verhagelt, verständlicher Weise. Nicht jeder mag Schlangen. Dieses Exemplar saß gleich in der Nähe eines Gymnos und war vermutlich eine Lanzenotter. Der Gedanke auf so ein Geschöpf zu treten und dann in logischer Konsequenz gebissen zu werden ist eher nicht so schön. Auch nicht für mich! Nun gut, ich freute mich trotzdem dieses wirklich schön gemusterte Tier unter Berücksichtigung eines respektvollen Abstandes fotografieren zu können.

Der Rückweg war mal wieder irgendwie anders. Bauarbeiten finden hier ständig statt und es ist anzunehmen das diese auch nie aufhören werden. Große Trucks, Regenfälle und Erdrutsche sind immer wieder landschaftsverändernde Maßnahmen. So auch in diesem Fall. Man kommt an eine Stelle an der man am Vormittag bereits gewesen ist und irgendwie ist die Straße auf einmal nur noch einspurig oder sie wurde kurzerhand durch ein Konglomerat von Erdhaufen und Felsen ersetzt. Ein ganz besonderer Dank gilt an dieser Stelle unserem tapferen Auto mit ausreichender Bodenfreiheit.

Hier noch einige Mandz-Bilder:

Der Esel und der Bus

Auf dem Weg zum abendlichen argentinischen Essen fiel uns noch ein, das wir ein weiteres Highlight vergessen haben. Der Esel. Er stand am Wegesrand und war schon fast soweit seinen Kopf in den Wagen zu stecken. Ein sehr lustiger moment!

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Beim weiteren Wandern zum abendlichen Dinner kam uns dann noch ein Bus entgegen. Wie bereits aus den vergangenen Tagen gewohnt, haben wir auch den Busfahrer freundlich mit einem Winken gegrüßt. Es passierte etwas, was so in Deutschland nie passieren würde: der Busfahrer wollte anhalten und uns mitnehmen. Die Freundlichkeit der Menschen hier ist herrlich. Uns fällt dies immer wieder im Straßenverkehr auf. Man ist hilfsbereit und zuvorkommend. Eine Eigenschaft die wir auf der Straße zu Hause kaum noch kennen.