Für die die auf Kakteen warten: heute gegen 14:30 Uhr kommt Willy und das Auto wird auch am Nachmittag geliefert. Ab Morgen gibt es dann Kakteen in Hülle und Fülle – sofern wir welche finden ;-). Der Plan war es, sich erst einmal an Klima, Land und Leute zu gewöhnen und auch in einen normalen Rythmus zu kommen. Immerhin ist es ja ein Urlaub…oder so ähnlich.
Der Blog Eintrag für den 10.11. kommt übrigens wieder einmal später wegen dem recht unzuverlässigen Internet. Für mich persönlich nicht so schlimm. Bei dem Wetter ist man ja schließlich lieber draußen als im Haus. Allein am Abend des 10.11. waren es abends noch über 27 Grad.
Da es ja nun bald mit Willy in die Anden auf die langersehnte Kaktus-Tour geht, wollten wir heute noch ein wenig Kultur inhalieren. Den Anfang machten wir aber mal wieder mit einem gesellschaftlichen Event von Abgesandten der Stadt Potosi. Ein Orchester machte Musik und Bürger der Stadt Potosi zogen um den Plaza de 24 Septiembre. Abschließend gab es eine Rede mit viel Stolz und Energie sowie Kamera Teams der lokalen Fernsehsender und der Presse. Worum es genau ging? Wir wissen es nicht. Dieser Umstand sorgt immer mehr dafür das ich darüber nachdenke einen Spanischkurs zu machen. Solche Anlässe und auch die soziale Interaktion lassen einen zum Teil recht ahnungslos im Regen stehen. Apropos…Regen hatten wir bislang nicht. Muss auch nicht sein.
Das nächste echte Kulturevent führte uns dann in die Basilika aus dem Jahr 1845. Zuerst ging es für drei Bolivianos pro Person auf den Turm. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick. Der stetige tägliche Wind pfeift hier oben so extrem das man seine Mütze abnehmen muss und auch aufpassen sollte das man nicht von der Plattform fliegt. Nach dem Turm gingen wir dann in die Basilika. Ein sehr schönes Gebäude. Menschen saßen hier vor den Heiligenbildern und beteten. Die Kirche ist in einem guten Zustand und selbst die hölzerne Decke trotzte dem tropischen Klima.
Der nächste Punkt auf der Kulturliste hatte etwas mit Grafitis und Skulpturen zu tun. Ein ganzer Skulpturenpark hinter der Basilika war unter freiem Himmel kostenfrei zu betrachten. Sehr extravagant und avantgardistisch. Selbst ein Künstler aus Bamberg hatte sein „Dingsda“ hier ausgestellt. (Anmerkung des Autor: Man mag mich für einen Kulturbanausen halten. Mit Dingen die aussehen wie ein Chemieunfall bei Bayer, kann ich nichts anfangen.)
Nach der Kultur musste noch ein wenig organisiert werden. Die Taschen mussten umgepackt werden und sämtliche Kamera und Fotoutensilien mussten Griffbereit verstaut werden. Eine Ration Lebensmittel für unsere Tour brauchten wir auch noch. Leider ist es nicht so wie in Deutschland. Man geht nicht in einen Markt und kauft alles ein was man braucht. Die meisten Dinge sind eher auf spezialisierte Geschäfte verteilt. Diese wiederum sind oftmals im Zentrum an einem Punkt Konzentriert. So gibt es zum Beispiel eine Straße mit Cambios (Geldwechslern), eine Straße mit Schuhgeschäften oder auch Straßen mit Schmuck. Nach längerem Suchen fanden wir letztendlich auch das Geschäft unserer Begierde. Es gab trockene Lebensmittel und abgepackte Dinge. Für unterwegs im Auto ist dies einfach die bessere Wahl als Gemüse in frischer Form.
Der Tag endete mit einem leckeren Essen, einem Glas bolivianischem Wein und einer Cervezia eines deutschen Braumeisters aus Cochabamba. Es trug den tollen Namen Stier negro. Ein schmackhaftes Craft Bier das einem bei den Temperaturen allerdings in einen Hemmingway-Zustand versetzt: der Blick schweift philosophisch angehaucht und unfokussiert in die Ferne. 🙂