Archiv der Kategorie: Argentinien 2014

Ein Tag auf der Ruta 51

Weil es so viel an der Ruta 51 zu entdecken gibt, sind wir heute vor dem Frühstück noch einmal los. Viel zu berichten gibt es eigentlich nicht. Es war eigentlich ein normaler Urlaubstag mit wenig Menschen und vielen Pflanzen.

Wir fuhren noch einmal alle Lieblingsstellen ab und besuchten Die Pyrrhos, Gymnos, Lobivien und all die anderen tollen Pflanzen die wir finden konnten. Ganz besonders gut gefiel uns die noch zufällig gefundene gelb blühende Lobivie und die rot blühenden Parodien nur einige Kilometer weiter. Leider wachsen die Parodien immer an steilen Felswänden, so das man sie nicht erreichen kann.

Natürlich haben wir uns zwischendurch auch an den Felsformationen und der Landschaft im allgemeinen berauscht. Unseren täglichen Esel trafen wir auch wieder und wir hatten zwischendurch auch immer wieder Spaß dabei wenn wir die Straßenarbeiter begrüßten und sie freundlich zurückgewinkt haben.

Erwähnenswert, für mich zumindest, war die üblich Polizeikontrolle bei der ich wieder meinen Führerschein zeigen durfte. Somit war die Anschaffung nicht ganz umsonst. Die freundliche Polizeibeamtin fragt zwar immer viele Dinge, aber leider kann ich nur einen Teil beantworten.

Der Tag war mal wieder wie die anderen vorherigen absolut schön und die erstaunlich ist das die Menge an Bildern immer noch im gleichen Maße wächst. Es läßt sich schwer einschätzen wer von uns beiden heute mehr Kakteen fotografiert hat.

Am Ende der Tour haben wir noch eben unsere Wäsche aus der Wäscherei abgeholt und sind dann wieder zurück in unser Heim gefahren – in die eternal Cloud von San Lorenzo. Es regnet. Auch das ist nicht schlimm. Auch der Rhipsalis is San Lorenzo braucht Wasser

Alles ist gut.

Tour de Salta

Heute haben wir es geschafft einen fast geruhsamen Tag einzulegen. Die Daten wurden gesichert (alleine 46 GB Videodaten) und gleich danach haben wir die Wäsche zur örtlichen Wäscherei gebracht. Mit Händen und Füßen und „un poco“ Spanisch mit einigen Bröckchen englisch verziert hat es geklappt.

Danach stand die „Tour de Salta“ auf dem Plan. Geld wechseln, Dinge besorgen und einfach nur im Hemmingway-Style die Seele baumeln lassen. Besonders hervorzuheben sei dabei das Geld wechseln. Ein Mann an der Ecke mit einem Taschenrechner auf dem Handydisplay und einen Tisch mit Stühlen (die Stühle gehörten zu einem Straßencafe!) – mehr braucht eine Wechselstube nicht. Kurze Info zum Kurs und dann wechselt das Geld über den Tisch. Ein Handschlag und das wars. Immerhin sind diese „Hinterhofkurse“ besser als die offiziellen in der Bank. Der kurze Adrenalinkick ist für einen eher ungeübten Deutschen auch durchaus anregend.

Die Anreise nach Salta machten wir übrigens mit einem Taxi. Es ist nicht teuer und es erspart einem das Nachdenken aufgrund welcher Tatsache die Straße gerade einmal 3, 4 oder 5 Spuren hat.

In Salta wurde noch ein wenig geschlendert, Kleinkram gekauft, Empanadas gegessen und natürlich auch Postkarten inklusive Briefmarken erstanden. Eine schmerzhafte Erfahrung war der Erwerb der Briefmarken und Postkarten. Insgesamt eher ein Luxus. Es hatte den Gegenwert eines guten Abendessens. Who cares? We come to spend and not to save money. 😉 …und außerdem ist es ja für einen guten Zweck!

Für den Rückweg gab es eines dieser roten Salta-Taxis (der Auspuff war nach deutschem TÜV-Standard nicht in der Lage eine Prüfung zu bestehen – laut!). Auch das ist ein Erlebnis. Der Mandz dröhnte auf der Rückbank die Lambada Musik und Gloria Estefan in den Ohren, während ich vorne versuchte eine Unterhaltung mit dem Fahrer zu führen. Spanisch, Englisch und mal wieder die gut bewährten Hände. (Füße waren im Auto wenig hilfreich) Wir stammelten und gestikulierten über Karneval (findet hier gerade statt), das Oktoberfest, die Musik und den beginnenden Sonnenuntergang der die Quebrada de San Lorenzo wechselweise in Licht und Schatten tauchte.

Hasta luego Salta!

Atemlos nach San Antonio

Ein Tag der eigentlich kaum zu beschreiben ist. Wir versuchen es trotzdem.

Angefangen hat es mit der Weg nach San Antonio de los Cobres. Auf der halben Strecke befindet sich eine Polizeistation die den Verkehr und auch den Schmuggel kontrollieren soll. Wir sind schon einige Male hier durch gefahren und aufgrund der mangelnden Spanischkenntnisse wurden wir immer durchgewunken. Dabei hatten wir beide extra einen internationalen Führerschein erworben – für teures Geld. Diesmal war es soweit eine nette aber recht resolute Polizisten wollten die Papiere sehen. Sie war es wohl eher nicht gewohnt das ein Fahrer sich freute endlich seinen Führerschein zeigen zu können 😉 Ein kurzes Highlight, aber ein Amüsantes.

Von diesem Zwangsstop ging es weiter in Richtung San Antonio de los Cobres. Zuerst kam eine wunderschöne Asphaltstraße (man kann sich hier wirklich darüber freuen!), dann die übelste Schotterpiste die man sich vorstellen kann. Die Angst das ein Reifen platzen könnte fuhr mit. Es wurde nicht besser als wir ein junges Paar mit einer Reifenpanne trafen und anhielten. Leider passte unserer Steckschlüssel dort nicht und wir mussten unverrichteter Dinge weiterfahren. Sie lächelte nur und sagte noch: „It is the second tire.“

Diese Schicksal der Anderen hinter uns gelassen kam sobald schon der Nevado de Acay. Ein Lichtblick und ein Phänomen das die Atmung aussetzen ließ. Bei 4100 Metern über NN  kurz vor Abra Blanca ist das eher nicht so glücklich. 😉 Immerhin gibt es hier nicht wirklich viel Sauerstoff. Wenn man aber Schneegipfel sieht und zeitgleich nach Kakteen Ausschau hält, so ist das schon atemraubend. Nicht zu vergessen die Lamas die in in diesen Höhen hin und wieder in Form einer Herde vorbeigallopieren.

Unser nächster sehnlichst erwarteter Stop war San Antonio de los Cobres. Es war Karneval und dementsprechend gab es kein Wasser zu kaufen und alle waren am Feiern. Wir suchten also das nächstgrößere Hotel auf, kauften dort teures Wasser und fuhren nach einem kurz Tankstop wieder davon. Es war auch nur der Reiz einmal dort gewesen zu sein.

Der Rückweg sollte spannender werden. Bunte Felsen die aufgrund von Flechten irrsinnige Farben aufwiesen und eine Felslandschaft die uns in Schnappatmung versetzte.

Im Vorbeifahren gab es Soehrensia Kakteen an Felsen wachsend und Pyrrhokakteen die zu hunderten auf einer Ebenen Fläche auf 3700 Metern wuchsen.

Nach über 330 kilometern kamen wir wieder in San Lorenzo an. Der Caz war vorerst hinüber, aber zufrieden – die Mandz war noch voll und ganz im Kakteenrausch und freute sich wie verrückt über die gefunden Pflanzen.