Alternativprogramm

Der Plan war es mit einem Boot zusammen mit A&S nach Los Organos zu fahren. Eine kurze Erklärung. A&S sind die beiden mit denen wir uns das Taxi vom Flughafen Tenerifa bis zum Fähranleger geteilt hatten. Beide sind schon mehrfach hier gewesen, sehr nett und sympatisch und zudem, so wie wir, noch nie bei Los Organos gewesen. Es folgt die zweite Erklärung. Los Organos sind Basaltsäulen die im Norden der Insel an der Küste aus dem Meer ragen. Von Land aus ist es so gut wie unmöglich diese Säulen zu sehen. Wie aus meinem ersten Satz bereits hervorgeht war es ein Plan. Leider musste der Organisator die Tour absagen, da mit kräftigem Seegang zu rechnen war.

Also musste ein Alternativplan her. Die Idee: mit den beiden mehr oder weniger unkoordiniert über die Insel fahren. Einziger fest geplanter Punkt sollte der Mirador De Abrante bei Agulo sein. Miradore gibt es viele, aber der hier ist etwas besonderes. Ein Glasquader ragt als Aussichtsplattform über die Felsen. Glasquader bedeutet in diesem Fall das der Boden ebenfalls aus Glas ist. Nicht jedermanns Fall, aber spannend.

Wir fuhren also erstmal nach Vueltas zum obligatorischen und schon fast traditionellen Brötchenkauf. Anschließend ging es zum Hafen um die letzten Minuten vor dem Treffen noch mit dem Beobachten des Treibens im Hafenbecken, dem Strand und den Hafenanlagen auszufüllen. Pünktlich hatten wir A&S eingesammelt und es ging nun direkt via Las Hayas und Juego De Bolas zu dem Glasmirador. Ein fantastisches Wetter überraschte uns bereits beim Durchfahren des Lorbeerwaldes. Kaum Nebel und viel Sonne. Sehr ungewohnt, da es doch meist neblig ist. Das Wetter hielt bis zu dem Glasmirador und die Aussicht war grandios. Man konnte bis nach Tenerifa sehen und selbst der Teide verschwand nicht in einem Nebel und Wolkenschleier. Der Ausblick ließ die besondere Glaskonstruktion schon fast zur Nebensache werden. Dennoch war es ein spaßiges Erlebnis in diesem, nennen wir es einmal Glaskasten, zu stehen. Man muss aber auch sagen das nicht jeder Gast seine Freude daran hatte. Manche rutschten auf dem Boden herum, teils aus Sorge teils aus Interesse an der Konstruktion. Ein anderer bugsierte seine Frau über den Korridor, in der Annahme ihr etwas gutes zu tun. Die Arme war total verängstigt und musste nach zwei Metern wieder zurück in das vermeindlich sichere Gebäude.

Es folgte eine kurze Pause inklusive genießen des Moments. 🙂

Der Rückweg zog uns über Vallehermoso und Arure, vorbei an der  Kreuzung von Epina. Die Kreuzung ist ansich kein erwähnenswertes Element, wenn dort nicht noch eine Besonderheit zu finden wäre. Eine „basaltische Intrusion in verwitterter Vulkanasche“ (Jager, 2012) befindet sich hier leider fast direkt in der Kurve. Einen Parkplatz für Geologiebegeisterte gibt es leider auch nicht. Es bleibt also nur das semi legale slow motion Abbiegen um ein Foto zu machen.

Wieder im „heimischen“ Valle Gran Rey angekommen, setzten wir den Entschluß um, noch ein Abendessen einzunehmen. Ein lokales Fischrestaurant mit gomerischen Spezialitäten und einem kaum in Worte zu fassenden Sonnenuntergang, rundete diesen sehr schönen Tag ab. Danke an A&S, die maßgeblich in die Gestaltung des Tages involviert waren!

Einem lokal bewanderten und eventuell aufmerksamen Leser mag die Menge der Aktivitäten an diesem Tag recht minimal erscheinen. Soweit richtig. Wir starteten in Vueltas gegen 13:00 Uhr. Dies ist der eine Grund für den recht „kurzen“ Tag. Der andere Grund war eine „Top Secret Mission“ die wir eingeschoben hatten. Ein kleiner Exkurs zu einem fast mystischen Ort der hier auch keine Erwähnung weiter finden soll. Nur so viel: Es war schön, es war bunt, es war atemberaubend was hier an Schönheit durch die Natur geboten wurde. Genau dies ist auch der Grund warum dieser fragile Ort ein Geheimnis bleibt, es keine weitere Ortsbeschreibung oder Fotos gibt und warum wir auch hoffen das keiner diesen Ort finden wird.

2 Gedanken zu „Alternativprogramm

Schreibe einen Kommentar