Archiv des Monats: November 2015

Ab ins Altiplano – Teil II

Hier noch ein Nachtrag zu dem Tag „Cochabamba nach Oruro“.

Aus der Stadt sind wir gut rausgekommen. Weniger schön war allerdings das Ausbleiben der erwünschten Sulcorebutien am ersten Standort.

Bei weiteren Stops gab es noch R. steinmannii, Lobivia pentlandii, N. vorwerkii und vieles mehr.

Eine Stärkung gab es in einem Restaurant auf über 3500 Metern. Wir hätten dort keines erwartet, aber immerhin ist es die Strecke nach La Paz. In diese Richtung führte uns auch der nächste Stop. Rosa und orangefarbene Blüten in Hülle und Fülle. Von hier ging es dann erst einmal wieder zurück und dann weiter südlich nach Oruro. Es ist ein schickes Städchen mit lauter lustigen Skulpturen und viel Schick.

Der Weg zum Hotel war aber mit größeren Hindernissen gespickt. Willys Navi war mit den ordentlichen Begebenheiten überfordert und wir auch. Gefühlt sind wir durch tausende Einbahnstraßen gefahren und am Ende doch nie am Ziel angekommen. Der Grund: Jahrmarkt, Rummel, Markt, Party. Alles auf einmal. Den Gerüchten zufolge wird hier ständig gefeiert. Auch der Karneval ist hier ein großes Thema. Die vielen Geschäfte mit den Kostümen wirken zum Teil wie Mini-Museen.

Nachdem wir dann die Koffer durch Oruro schleppen mussten, gab es dann nur noch den Wunsch zu kollabieren und mit Schnappatmung auf das Bett zu fallen.

Ein Highlight in unserem Hotel: LED Beleuchtung im Duschkopf.

 

 

„einfach“ nur atmen

Es ist spät und das Internet ist in Oruro eher langsam. Aus diesem Grund gibt es heute keine Bilder und auch keinen längeren Text. Bilder werden nachgereicht.

Wir sind von Cochabamba in Richtung La Paz gefahren und haben uns nach reichlich Lobivien und Rebutien auf den Weg in Richtung Altiplano gemacht. Der höchste Punkt heute: 4500 Meter. Die Luft ist recht dünn und dementsprechend ist man am Abend auch ein wenig geschafft.

…später mehr.

Der Nachmittag und andere Dinge

Etwas verwirrendes Vorab. In unserem Hotel, dem Hotel Regina, steht im Foyer bereits ein geschmückter Weihnachtsbaum. Die Deko ist in sich stimmig, für meinen Geschmack aber eher gruselig.

Nun aber zum Wesentlichen. Letztendlich sind wir wegen den Kakteen und nicht wegen der Weihnachtsdeko hier. Nach den beiden Stops im Südwesten (ca. 3100m), fuhren wir am Nachmittag nordöstlich von Cochabamba. Einmal quer durch die riesige Stadt, vorbei an so einige skurilen Dingen.

Am Rande der Stadt begann sogleich die Straße die in die Berge führte. Gefühlt würde ich sagen das die Straße einspurig war – dies ist aber eine Frage der Auslegung. In ewigen Serpentinen zog sich diese Schotterpiste durch die Berge. Rechts die Berge und auf der linken Seite der brachial abfallende Berg. Kein Kantstein, kein Absperrung die einen vor einem eventuellen Absturz bewahren könnte. In gewissen Abständen gab es leichte Einbuchten die es einem ermöglichten sich elegant an den örtlichen billigen Personentransportern vorbei zu schieben. Diese Transporter sind übrigens gerade für die Landbevölkerung das günstigste Mittel um sich in die Stadt bringen zu lassen. Es ist ein LKW mit Gestängen über dem Landeraum. Hier können sich die Leute festhalten.

Nach milliarden an Kurven (Anmerkung des Autors: es waren wahrscheinlich weniger) kamen wir bei 4111 Metern über NN an. Unser Ziel: Lobivia maximilliana. Ein atemberaubender Anblick. Auf dem Rückblick gab es mal wieder diverse Säulenkakteen und eine Lobivia obrepanda. Hier waren leider mal wieder viele Exemplare verschwunden. Sie mussten dem Ackerbau weichen.

Das war es in kürze vom heutigen Tag. Nun steht noch die übliche Datensicherung an und ein Essen mit Willy irgendwo in der Nähe.

Sulcoflowerpower

Der heutige Tag war ein reiner Cochabamba-Tag. Der Vormittag führte uns in die Berge im Südwesten. An gleich zwei Standorten gab es Sulcorebutia satt. Man muss ein wenig suchen weil die extreme Trockenheit die Pflanzen fast ebenerdig zurücklässt. Der Fotorausch durch die ersten Blüten induziert, zauberte einem ein Lächeln in das Gesicht ähnlich dem des Jokers aus dem Film Batman.

Es gab S. steinbachii und weitere. Da es diverse Farben bei einer Art gibt, kann man nicht immer genau sagen was wir eigentlich gesehen haben. Oftmals waren nur die Blüten zu sehen. Böse Zungen behaupten das es nur eine Sulcorebutia gibt die in vielen Variationen vorkommt. 😉

Comarapa nach Cochabamba

Von Comarapa aus ging es erst einmal in die nahe gelegenen Berge. S. krahnii und P. comarapana mussten nur noch, wie die Nadel im Heuhaufen, gefunden werden. Nach längerer Suche ist uns dies auch gelungen. Die Menge der Exemplare in dieser Gegend ist aber leider sehr überschaubar.

Nach der Erstellung von ausreichend Fotomaterial im zweistelligen oberen Bereich, zog es uns wieder auf die Straße. Zunächst einmal hieß es warten. Bei der ersten Baustelle ließ man die Autos nur alle zwei Stunden passieren. In der Zwischenzeit wurden im wahrsten Sinne des Wortes Berge versetzt. Ein Erdrutsch hat die Straße verschwinden lassen und nun musste einen neue gebuddelt werden. Nach dem wir dann endlich weiter durften ging es zum nächsten Kakteenstandort. Enttäuscht mussten wir feststellen das hier bereits gebaut wurde. Standort weg! 🙁

Leicht traurig ging es weiter in Richtung 3000 Meter Höhe. Wir durchfuhren Sibirien, genauer gesagt Sibiria und erfreuten uns dort einer Mordor ähnlichen Atmosphäre. Es war ein wolkenverhangener Ort der dauerhaft in den Wolken Steckte und zudem auch recht düster war. Die Bäume waren mit Tilandsien verhangen und man rechnete jeden Augeblick damit das irgendwo ein Troll aus dem Wald kam.

Hinter Sibirien kam die nächste Baustelle. Wartezeit ca. 45 Minuten. Der halbe Tag bestand eigentlich nur aus Warten an irgendwelchen Baustellen. Etwas nervig, aber es muss sein. Durch die ganze Warterei blieb nur noch ein Stop abzuarbeiten. Auch hier sorgte der Mensch dafür das das Artensterben weitergeht. Durch immer intensivere Landwirtschaft verschwinden leider immer wieder Arten.

Am Ende des Tages rollten wir dann arg ermattet in Cochabamba ein. Verkehrsregeln scheint es keine zu geben. In der Nähe des Marktes scheint es überhaupt nur Chaos zu geben. Fahrzeuge schnellen von allen möglichen Seiten auf die Kreuzungen zu bis gar nichts mehr geht und Menschen laufen auf der Straße zwischen den Fahrzeugen. Eine Ordnung war nicht erkennbar.

Vom Tag erschlagen, werde ich mich nun in 3000m Höhe schlafen legen und von den 4000m am morgigen Tag träumen. -Gute Nacht-