Archiv der Kategorie: Bolivien 2015

Oruro nach Potosi

Die Abfahrt aus Oruro klappte besser als die Anreise. Zumindest bis zur Tankstelle. Der schöne Monster Truck wollte nicht mehr starten. Als ob defekte Bremsen nicht schon reichen würden. Nach ein wenig geruckel an den Batterienkabel piepste erst ein nerviger Alarm und dann wollte die blaue Wundermaschine auch wieder starten.

Der Weg sollte uns nun nach Potosi führen. Auch wenn es nur knapp 300km sind, ist es doch nicht ohne Weiteres möglich so zu fahren wie man es in Deutschland gewohnt ist. Nur zwei Stops waren eingeplant. Die hatten es aber auch in sich. Jeder der beiden Standorte bot eine unglaubliche Diversität an Pflanzen. Die Bilder sprechen für sich.

Zu erwähnen sei nur das wir nach diversen Kilometern anhalten mussten. Es roch verbrannt. Irgendwie hatte sich die Feststellbremse verhakt und schmorrte nun vor sich hin. Somit kamen wir zu einem dritten Stop noch vor den anderen beiden. Da wir abwarten mussten bis sich alles wieder abkühlte, suchten wir nach Kakteen. Wunderschöne Lobivia pentlandii wuchsen hier und sogar eine in voller Blüte. Es scheint so als ob unser Auto uns wie ein Trüffelschwein zu den Kakteen führt.

Nach all dem Geknipse von Kakteen und den atemberaubenden Landschaften, kamen wir am späten Nachmittag in Potosi an. Eine Bergbaustadt die eher weniger aufregend als Oruro zu beschreiben wäre. Dennoch – das Hotel ist schick, der Wagen parkt sicher im Innenhof und Essen waren wir nun auch schon. Letzteres war eher als dürftig zu bezeichnen. Ich denke das es angemessen wäre morgen mal wieder etwas anständiges zu essen. Nun aber ersteinmal schlafen und sich seelisch auf die 2 Grad morgen früh vorbereiten.

 

Ab ins Altiplano – Teil II

Hier noch ein Nachtrag zu dem Tag „Cochabamba nach Oruro“.

Aus der Stadt sind wir gut rausgekommen. Weniger schön war allerdings das Ausbleiben der erwünschten Sulcorebutien am ersten Standort.

Bei weiteren Stops gab es noch R. steinmannii, Lobivia pentlandii, N. vorwerkii und vieles mehr.

Eine Stärkung gab es in einem Restaurant auf über 3500 Metern. Wir hätten dort keines erwartet, aber immerhin ist es die Strecke nach La Paz. In diese Richtung führte uns auch der nächste Stop. Rosa und orangefarbene Blüten in Hülle und Fülle. Von hier ging es dann erst einmal wieder zurück und dann weiter südlich nach Oruro. Es ist ein schickes Städchen mit lauter lustigen Skulpturen und viel Schick.

Der Weg zum Hotel war aber mit größeren Hindernissen gespickt. Willys Navi war mit den ordentlichen Begebenheiten überfordert und wir auch. Gefühlt sind wir durch tausende Einbahnstraßen gefahren und am Ende doch nie am Ziel angekommen. Der Grund: Jahrmarkt, Rummel, Markt, Party. Alles auf einmal. Den Gerüchten zufolge wird hier ständig gefeiert. Auch der Karneval ist hier ein großes Thema. Die vielen Geschäfte mit den Kostümen wirken zum Teil wie Mini-Museen.

Nachdem wir dann die Koffer durch Oruro schleppen mussten, gab es dann nur noch den Wunsch zu kollabieren und mit Schnappatmung auf das Bett zu fallen.

Ein Highlight in unserem Hotel: LED Beleuchtung im Duschkopf.

 

 

„einfach“ nur atmen

Es ist spät und das Internet ist in Oruro eher langsam. Aus diesem Grund gibt es heute keine Bilder und auch keinen längeren Text. Bilder werden nachgereicht.

Wir sind von Cochabamba in Richtung La Paz gefahren und haben uns nach reichlich Lobivien und Rebutien auf den Weg in Richtung Altiplano gemacht. Der höchste Punkt heute: 4500 Meter. Die Luft ist recht dünn und dementsprechend ist man am Abend auch ein wenig geschafft.

…später mehr.

Der Nachmittag und andere Dinge

Etwas verwirrendes Vorab. In unserem Hotel, dem Hotel Regina, steht im Foyer bereits ein geschmückter Weihnachtsbaum. Die Deko ist in sich stimmig, für meinen Geschmack aber eher gruselig.

Nun aber zum Wesentlichen. Letztendlich sind wir wegen den Kakteen und nicht wegen der Weihnachtsdeko hier. Nach den beiden Stops im Südwesten (ca. 3100m), fuhren wir am Nachmittag nordöstlich von Cochabamba. Einmal quer durch die riesige Stadt, vorbei an so einige skurilen Dingen.

Am Rande der Stadt begann sogleich die Straße die in die Berge führte. Gefühlt würde ich sagen das die Straße einspurig war – dies ist aber eine Frage der Auslegung. In ewigen Serpentinen zog sich diese Schotterpiste durch die Berge. Rechts die Berge und auf der linken Seite der brachial abfallende Berg. Kein Kantstein, kein Absperrung die einen vor einem eventuellen Absturz bewahren könnte. In gewissen Abständen gab es leichte Einbuchten die es einem ermöglichten sich elegant an den örtlichen billigen Personentransportern vorbei zu schieben. Diese Transporter sind übrigens gerade für die Landbevölkerung das günstigste Mittel um sich in die Stadt bringen zu lassen. Es ist ein LKW mit Gestängen über dem Landeraum. Hier können sich die Leute festhalten.

Nach milliarden an Kurven (Anmerkung des Autors: es waren wahrscheinlich weniger) kamen wir bei 4111 Metern über NN an. Unser Ziel: Lobivia maximilliana. Ein atemberaubender Anblick. Auf dem Rückblick gab es mal wieder diverse Säulenkakteen und eine Lobivia obrepanda. Hier waren leider mal wieder viele Exemplare verschwunden. Sie mussten dem Ackerbau weichen.

Das war es in kürze vom heutigen Tag. Nun steht noch die übliche Datensicherung an und ein Essen mit Willy irgendwo in der Nähe.

Sulcoflowerpower

Der heutige Tag war ein reiner Cochabamba-Tag. Der Vormittag führte uns in die Berge im Südwesten. An gleich zwei Standorten gab es Sulcorebutia satt. Man muss ein wenig suchen weil die extreme Trockenheit die Pflanzen fast ebenerdig zurücklässt. Der Fotorausch durch die ersten Blüten induziert, zauberte einem ein Lächeln in das Gesicht ähnlich dem des Jokers aus dem Film Batman.

Es gab S. steinbachii und weitere. Da es diverse Farben bei einer Art gibt, kann man nicht immer genau sagen was wir eigentlich gesehen haben. Oftmals waren nur die Blüten zu sehen. Böse Zungen behaupten das es nur eine Sulcorebutia gibt die in vielen Variationen vorkommt. 😉