Kategoriearchiv: Argentinien 2014

Die erste eigene Tour und die eternal Cloud

Nachdem gestern die Tour mit unserem argentinischen Freund endete, waren wir nun heute auf uns alleine gestellt. Das hieß selbst fahren und selbst Kakteen finden. Nach einem minimalistischen Frühstück und einer Datensicherungsorgie machte ich mich auf den Wagen kennenzulernen und meine ersten Fahrversuche in argentinischen Gefilden zu Wagen. Erst stand das Tanken auf dem Plan und dann erneut eine Tour in Richtung Incamayo bzw. Chorrillos. Das Fahren klappte gut. Über Staubpisten und kleinere Bachläufe – vorerst ohne konkreteres Ziel. Irgendwo vor Incamayo machten wir einen Stop um einfach nur die Landschaft aufzusaugen. Bei näherer Betrachtung fielen uns Parodias auf. Wahrscheinlich Parodia stuemeri. Sogar ein blühendes Exemplar leuchtete noch in einiger Entfernung. Zu schade nur das man keine Bergziegengene hat. Morgen also noch einmal – mit Teleobjektiv und der ganzen Ausrüstung.

 

Auf dem Weg zurück, ca. bei 1800 Metern, stolperten wir während der Fahrt über Cleistokakteen an den Felswänden neben der Straße. Auch das wird morgen näher in Augenschein genommen.

Als wir bei ca. 1500 Metern angekommen waren konnten wir sogar noch, getreu dem Pfadfindermotto, eine gute Tat vollbringen. Einige Motorradfahrer, wahrscheinlich aus Brasilien, suchten den Paß nach Chile. Wir konnten gleich weiterhelfen und die richtige Strecke durch die Anden bis nach Chile empfehlen. Eine lustige Situation, zumal wir kein spanisch sprechen und Sie kaum englisch konnten.

Des abends in San Lorenzo…Essen und ein kleiner Spaziergang. Danach noch ein Quilmes und ein Te negro auf der Terrasse. Es schüttet zwar in Strömen aber laut unserem argentinischen Freund ist es die eternal Cloud of San Lorenzo. Morgen geht es dann noch einmal die gleiche Strecke entlang. Kakteen suchen – nothing else!

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Eine kleine Zwischenbilanz

Wieder in San Lorenzo angekommen, werden erst einmal die Daten gesichert. Grob überschlagen müßten es 4 Stunden Filmmaterial und ca. 100 GB Bilder sein. Für eine Tour von über 2000 Kilometern in 9 Tagen eigentlich nicht schlecht. Von 4200 Meter über NN bis auf 720 Meter über NN war so ziemlich alles dabei.

In San Lorenzo bleiben wir vorerst und unternehmen weitere Touren von hier aus. Es ist ja auch einmal ganz schön wenn man nach einer Tour immer wieder an den selben Ort heimkehrt.

Parodia maasii

Hier noch eine kleine Auswahl der Parodia maasii Pflanzen. Wir haben noch viel mehr Bilder von diesen tollen Pflanzen. Alles was man sich vorstellen kann: von Gelb bis Dunkelrot.

Kleiner Hinweis: wie bei den anderen Bildern kann man einfach mit den Pfeilen darunter hin- und herblättern.

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Kakteen, Salinas Grandes und 4200 Meter

Von Tilcara ging es über Purmamarca und Lipan in Richtung Salinas Grandes. Dazwischen lag ein schier endlos erscheinendes Geschlinger an Asphalt bis auf 4200 Metern. Die Luft war dünn, aber es hat sich gelohnt. Ein Salzsee in dessen Mitte nebst einer Straße auch ein Restaurant auf Gäste wartete. Das Lokal war aus Salz erbaut. Stein um Stein bestand das gesamte Gebäude aus Salzblöcken. Selbst die Lamafigur vor der Tür bestand aus Salz. Der Salzsee vor der Tür war zum Teil aufgrund der Regenwitterung verflüssigt und kristallklar. Ein atemberaubender Anblick. Die Größe konnte man nur abschätzen und die Lichtverhältnisse waren aufgrund der Reflektionen unglaublich.

Kaum hatten wir uns von dem Anblick der Berge während der Auffahrt und dem Naturphänomen des Salzsees erholt, ging es auch schon weiter nach Aguas Blancas. Kakteen auf 4000 Meter Höhe. Uns fröstelte. Über unseren Häuptern die Wolken, uns zu Füßen Kakteen (Lobivien, Pyrrhokakteen etc.) und eine Luft die sehr rein, aber auch sehr dünn war. Das sollte uns nicht abhalten vor Begeisterung Gigabyte um Gigabyte mit tollen Pflanzenbildern zu füllen. Dazu noch der Anblick der Berge. Türkis, Beige, Rot, diverse Braun Töne. Niemals hätten wir gedacht das wir vor Sprachlosigkeit und Begeisterung den Fotoapparat ausgeschaltet neben uns unangetastet liegen lassen würden. Diese Berge und die Farben die im Minutentakt durch den Einfluß der Wolken und der Sonne wechseln kann man nicht mit banaler Fotografie wiedergeben. Zusehen, staunen und im Gehirn verankern.

Unten im Tal angekommen brauchte es erst einmal ein wenig wieder klar denken zu können. Nicht nur das man mit dem SUV von 4200 Metern auf 720 Meter „hinunterfiel“, sondern man kam auch von der Kälte in die tropisch schwüle Hitze. Erstaunlich was man so alles aushält – wenn es schön ist.

Die ersten Pflanzen kamen dann wieder hinter San Salvador de Juyjuy (ausgesprochen: Huihui) zum Vorschein: Pereskia, Stetsonia und noch einige andere.

In San Lorenzo angekommen blieb nur noch eines: frisch machen für das allabendliche Dinner und den diesmal damit verbundenen Spaziergang durch die Quebrada de San Lorenzo.

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Kakteenfotorausch V2.0 und Kultur

Das Frühstück in La Quiaca war eher unterirdisch. (Ein Stück ! sehr trockenes Brot und einen Kaffee) Um so mehr Grund genug so schnell wie möglich aufzubrechen und wieder Kakteen zu suchen und in einen Fotografierrausch zu verfallen. Deswegen sind wir ja hier.

Es ging zu den Yavias, Parodien, Neowerdermanias, Oreocereen, Lobivien und vielen mehr an die bolivianischen Grenze – westlich von La Quiaca. Angefangen hatte der Tag mit ca. 7-8 Grad. Später wurde es aber mal wieder brüllend heiß. Trotz der 3700 Meter war es, zumindest rein theoretisch, bestes T-Shirt Wetter. Wir haben Langärmeliges vorgezogen. Immerhin kämpfe ich immer noch mit mindestens zwei Sonnenbränden. (Damit macht das Duschen so richtig viel Spaß.)

Nach unendlich vielen Fotos (die Menge läßt sich nur erahnen) sind wir dann wieder ca. 200 Kilometer südlich bis Tilcara gefahren. Die Sachen haben wir kurz im Hotel abgeliefert und dann ging es auch schon wieder los zu einer historischen kulturellen Veranstaltung. So ganz ist das nicht richtig. Immerhin haben wir noch den lokalen Botanischen Garten in Augenschein nehmen müssen. Der war leider nicht so umwerfend. Pflanzen fehlten und die die vorhanden waren zum Teil falsch beschriftet. Egal – das Wetter war toll!

Nach dem Jardin Botanico wartete noch eine historische Stätte auf uns. Alte Bauten aus Lehm, Stein und Kakteenholz. Die Höllenhitze ließ uns aber eher im Gallop durchlaufen.

Nun habe ich ersteinmal das Zimmer auf 25 Grad heruntergekühlt (Grins) und wir machen uns für das tägliche Ritual fertig: argentinische Küche genießen!

Während des Entstehens dieser Zeilen läuft übrigens allerfeinste argentinische Musik.

Alles ist Gut!

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