Offroad-Abenteuer

Heute sollte es von Tarija nach Carmago gehen. Die Entfernung ist nicht so gewaltig, aber drei Stops sollten noch in den Zeitplan hinein passen.

Der erste Stop führte uns zu einem Hügel der eine unglaubliche Vielfalt offenbarte. Es gab Oreocereus celsianus, Parodia maxima (mit Früchten), Austrocylindropuntia schafferi mit roten Blüten, Coryocactus und wahrscheinlich eine Parodia slabaiana (oder war es doch eine schwebsiana? Die rote Blüte sollte einem ebenso wie ein Foto bei der Bestimmung helfen).

Nach ettlichen Kilometern auf einer schönen rückenfreundlichen, asphaltierten Straße, kam der Offroad Teil des Tages. Einige Kilometer Schotterpiste waren hier noch der angenehmere Teil der Strecke. Es folgte eine Fahrt in einem Fluß. Der Fluß führte kein Wasser und das machte die Sache an sich einfacher. Nach der holperigen Flussfahrt folgte ein Anstieg auf einer löcherigen und nicht ganz vollständigen Piste. Rechts Felswand, links ging es abwärts. Abschließend kam wieder ein Flussbett das in immer gröberem Schotter endete. Eine Weiterfahrt war nicht möglich. Es ging zu Fuss in einem anderen Flussbett weiter – mit dem GPS Gerät in der Hand. Bei zirka 40 Grad im Schatten kommen einem 150 Meter vor wie ein Kilometer. Am Ende kam die Belohnung: Gymnocalycium armatum mit Knospen (P. maxima war auch dabei). Fantastische, kräftig bedornte Pflanzen die teilweise in der Erde versenkt waren. Überall auf der Hügeln um uns herum wuchsen unmengen an Kakteen und mittendrin standen vereinzelt verlassene Lehmhütten. Der Anblick der Landschaft und auch das Bewußtsein etwas Besonderes gefunden zu haben, ließen einen glatt vergessen das man immer noch auf dem Planeten Erde verweilte. Auch die Tatsache das man wie in einer Sauna am schwitzen war, erschien einem nicht mehr so dramatisch. Man weiß das es heiß  ist wenn man Tropfen auf dem Handrücken hat und einem das Wasser in strömen herunterläuft. Ein Spitzenerlebnis!

Leider musst wir diesen unwirklichen und auch tollen Ort wieder verlassen. Viel trinken und ein Essen in El Puente sollten uns wieder fit machen für den nächsten Standort. Weingartia Arten (offensichtlich zwei) und Parodia ritteri var. splendens. In der Nähe eines Weges gelegen war alles gut erreichbar. Die hohen Lufttemperaturen von ca. 40 Grad und die schwarzen Felsen haben einem dann zum zweiten mal die letzte Flüssigkeit aus dem  Körper getrieben. Leider gab es keine Blüten. Dennoch, die Menge an Pflanzen pro Quadratmeter war auch hier überwältigend. Da stört es auch kaum das man klatschnass und vollgestaubt der Fotografie nachgeht. Apropos…die Bildmenge des heutigen Tages sollte für einen Bildervortrag von einer Woche reichen…nachdem Aussortieren 😉

Abends folgte wieder die übliche Zeremonie, Daten sichern, Entkeimen, Akkus laden und in Carmago Essen gehen.

Ein kleiner unangenehmer Nachgeschmack des Tages war das erneute herumgezicke unseres Pickups. Offensichtlich gefällt dem Gefährt die Temperatur nicht so sehr. Es entsteht der Eindruck das bei Überhitzung des Motors irgendetwas aussetzt. Morgen soll es nach Sucre weitergehen und eventuell gibt es dort eine Lösung.

2 Gedanken zu „Offroad-Abenteuer

  1. dan kann ich immer wieder sagen „wahre Abenteuer“ und das bei den Temperaturen.
    – Wenn Schnee und Eis die Straßen glätten, dann wird es Winter, wolln wir wetten. –
    Ja, hier ist seit heute früh alles weiß.
    winterliche Grüße aus boho

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