Heute tummelten wir uns in der „Nähe“ von Tupiza. Für den Nachmittag ist es soweit richtig, am Vormittag waren wir an der argentinischen Grenze im Südwesten in der Nähe von Villazon. Es gab Weingartia neumannia zu sehen und mit ein wenig Glück auch Knospen und Früchte an diesen tief in den Boden zurückgezogenen Pflanzen. Es war extrem trocken und die Pflanzen waren zum Teil nur noch an den erhabenen Dornen zu finden. Es war extrem heiß, windig und staubig. Egal – es war ein Erlebnis. (Habe mir gerade während des Schreibens eine Flasche Bier bestellt und mit 2 BOB dem Kellner ein Lächeln in das Gesicht gezaubert. 1 Liter Huari = 15 BOB! Sorry, bin ein wenig dehydriert. :-))
Mittag gab es in Tupiza. Wie der Ortsname vermuten läßt gab es Pizza. (Kleiner Scherz des Autors) In der Tat gibt es viele Läden die auf Touristen ausgerichtet sind. Tupizza ist DER Ausgangsort für Touren zu dem Salar de Uyuni – dem weltweit größten Salzsee. Erst heute Morgen sind einige Jeeps mit haufenweise Zeugs auf dem Dach aufgebrochen.
Der Nachmittag fand fast noch im Stadtgebiet statt. Erst ging es an einen Blossfeldiafelsen. Auch hier waren die Pflanzen extrem wegen der Trockenheit geschrumpft. Auch die hier vorkommenden Parodia maassii waren extrem bedornt und nicht so üppig wie in der Nähe von La Quiaca auf der argentinischen Seite. Beide Arten hatten auch Früchte.
Der letzte Stop führte uns zu einem Vorkommen von Weingartia kargliana. Fantastische Pflanzen mit kräftiger dichter Bedornung. Das einzig unschöne: die Pflanzen wachsen an einem Hang mit Quarzgeröll. Optisch sehr schön. Für jemanden wie mich extrem blöd. Mir fehlen leider die Gene einer Bergziege.
Der Tag war ansonsten sehr kurz. Dies ist soweit nicht tragisch, da die Touren von einem Ort zum nächsten doch teilweise recht anstrengend sind. Hier, bei knapp 3000 Metern, kann man auch wieder relativ gut atmen.
Um halb acht gibt es dann wieder das obligatorische Abendessen mit Willy. Bei all den netten Läden ist es glücklicherweise nicht so schlimm ein gutes Restaurant zu finden wie in Potosi.
Das tägliche Sichern der Bilder ist auch bereits abgeschlossen. Es wäre zu vermuten das ich mir über die weitere Lagerung dieser mittlerweile abartigen Datenmengen noch Gedanken machen muss. Aber so ist es eben wenn man eine Reise macht von der man vorher weiß das es etwas Einmaliges sein könnte. Es ist selbstgemachtes Leid. Welcher Dussel rennt auch schon mit einer Videokamera und drei Fotoapparaten am Hals bei über 30 Grad in der Mittagssonne herum.
Noch ein Wort zum morgigen Tag. Der Plan: auf nach Tarija. Ein „wenig“ Rough-Road (Ein Griff in die Pharmakiste wird hier wohl nötig sein.) und viele Kakteen.
Ich habe ja gewußt, das Kaktusland meist trocken ist…aber schön!